Co-Working und Workation sind en Vogue – und gleichzeitig zwei Konzepte, die das moderne Arbeiten verkörpern. Wir haben uns gefragt, welche Potenziale Co-Working eigentlich für die Vitalisierung von Innenstädten entfalten und ob Workationen – also die Kombination aus Urlaub und Arbeiten – wirklich zusammenpassen.

3 Fragen an … diesmal: Martin French, Referent für Wirtschaftsförderung und Senior Consultant beim Landkreis Rostock.

Los geht’s!

  1. Wie bewerten Sie die Idee, Co-Working Spaces in schwach frequentierten Fußgängerzonen zu verstetigen? Trägt das zur Vitalisierung bei?

Der Einzelhandel in kleineren und mittelgroßen Städten wird in den kommenden Jahren eine weitere Transformation durchlaufen. Die Verringerung von analoger Einkaufsfläche, die Etablierung von „Pop up Stores“ und eine noch stärkere Nutzung von digitalen Einkaufsplattformen wird Handelsunternehmen weiterführend verändern. Die freiwerdenden Flächen sind gute Möglichkeiten, um neue Arbeitsraum- und Wohnkonzepte auszuprobieren und zu etablieren. Hier spielen bereits jetzt schon Coworking Spaces, also flexible und v.a. auch innovative gestaltete Büro- und Arbeitsplatzkonzepte eine wichtige Rolle. Sie ziehen sowohl neue Zielgruppen in die Innenstädte, wie z.B. Startups, Freiberufler oder auch wissensbasierte Digitaldienstleister. Und können auch für etablierte Unternehmen dezentrale, arbeitnehmerfreundliche Arbeitsorte – Stichwort Work-Life-Balance – schaffen. Auch innovative Gastronomiekonzepte profitieren am Ende von diesen Entwicklungen.

  1. Workation – also die Kombination aus Urlaub und Arbeiten – nur eine schöne Idee oder das „New Work“ der Zukunft?

Aus meiner Sicht stellt das Konzept „Workation“ große Potenziale für Unternehmen und Arbeitnehmenden dar: Aus Sicht der Firma als positives „Employer Branding“ sowie für eine innovative Fachkräfteakquise, und für die Mitarbeitenden als Unterstützung der Work-Life-Balance. Es sind weiterführend v.a. folgende fünf Argumente, welche für die Nutzung des Konzeptes „Workation“ sprechen:

  1. Die Mitarbeitenden stehen im Mittelpunkt, nicht der Arbeitsort.
  2. Jeder dritte Arbeitnehmende wird durch Workation glücklicher, produktiver und entspannter.
  3. Die Büropflicht ist oft ein Ausschlusskriterium für die sogenannten Generationen Z oder Alpha.
  4. Workation sorgt für weniger Stress und somit für weniger Krankentage.
  5. Workation kann als Teambuilding-Maßnahme hocheffiziente Prozesse in Gang setzen und etablieren.

Fazit: Wer die Möglichkeit für Workation hat, sollte diese Chance definitiv nutzen. Mitarbeitende und Firmen können langfristig von diesem Trend profitieren.

  1. In Mecklenburg-Vorpommern lief das Co-Working Festival. Was können Sie davon berichten? 

Das erste landesweite Coworking Festival Mecklenburg-Vorpommerns (MV) fand Ende März 2022 statt und brachte eine ganze Woche lang innovative Arbeitsorte mit zahlreichen „New Work“-Interessierten zusammen. Von Westmecklenburg bis Vorpommern-Rügen konnten Besuchende ganz MV bereisen und sich von der Zukunft der Arbeit inspirieren lassen. Die Woche startete mit einem Festival Opening in Schwerin im Digitalen Innovationszentrum, zusammen mit dem tisch Coworking Café und dem Kreativquartier Schwerin-Görries. Auch in Wismar, Lübz, Parchim und Nieklitz öffneten unterschiedlichste Coworking Spaces ihre Türen zum kostenlosen Probearbeiten. Dienstag war der Fokustag der Hansestadt Rostock und des Landkreises Rostock, was bedeutete, dass z.B. im Basislager Rostock alle Besuchenden in die innovativen Räumlichkeiten reinschnuppern konnten. Auch das Herrenhaus Vogelsang, das Gut Pohnstorf und das Hotel am Schlosspark Güstrow waren dabei, völlig unterschiedliche Orte, aber in den Ideen New Work und Workation vereint. Der Tag klang bei einer großen Afterwork Party im Warnow Valley am Rostocker Stadthafen gemütlich aus. Auch die restlichen Tage wurden weitere vielfältige Spaces im östlichen MV für Interessierte geöffnet, z.B. Kiez Büro Neustrelitz, Alte Mensa Greifswald, Orangery Stralsund, Da Vinci 3 Wrodow, Rittergut Damerow oder Werkraum Feldberg. Am Freitag ging es dann als letzte Station zu Project Bay in Lietzow auf Rügen. Bei dem innovativen Pitch-Event 12min.me präsentierten sich drei unterschiedliche Menschen, die von ihren Arbeits- und Lebensgeschichten in MV erzählten und sich anschließend den Fragen des Publikums stellten. Vor Ort kamen auch die Organisatoren des Festivals zusammen und konnten bereits ein erstes großartiges Fazit der Woche ziehen. Die Coworking Community MV kann sehr stolz auf das Ergebnis dieser Veranstaltungswoche sein und v.a. auch über die bereits große Vielfalt in dem schönen Bundesland an der Ostsee. In jeder Ecke des Landes gibt es etwas zu entdecken und New Work ist schon lange kein Fremdwort mehr. Also, packen wir es weiter an!

Vielen Dank für das tolle Interview und die interesssanten Einblicke, Herr French!
Sie wollen mehr zum Thema „New Work“, Co-Working oder Workation erfahren? Kontaktieren Sie uns oder Martin French direkt unter: martin.french@lkros.de.

Einen näheren Einblick in das Co-Working Festival in Mecklenburg-Vorpommern bekommen Sie unter www.coworking-festival-mv.de oder unter folgendem Video:

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