Die Kraft regionaler Kooperationen

Regionale Zusammenarbeit gilt oft als selbstverständlich gut. Doch was bringt sie tatsächlich? Und wo liegen ihre Grenzen? In der Moduldrei-Studie 2026 haben wir untersucht, wie Akteur:innen aus Wirtschaftsförderung, Verwaltung, Regionalmanagement und weiteren Institutionen regionale Kooperationen erleben. Das Ergebnis: Kooperation ist für viele Regionen unverzichtbar – aber sie braucht Zeit, Ressourcen, Vertrauen und klare Prioritäten.

462 Teilnehmende geben Einblick in die Praxis regionaler Zusammenarbeit

Für die Studie haben wir erneut einen dreistufigen Forschungsansatz gewählt: eine Sekundärstudie, vertiefende Expert:inneninterviews und eine quantitative Onlinebefragung. An der Befragung nahmen 462 Personen teil, 280 beantworteten alle Fragen vollständig.

Die Teilnehmenden kommen überwiegend aus der Wirtschaftsförderung, aber auch aus Verwaltungen, Regionalmanagements, Politik, Verbänden und weiteren Organisationen. Damit liefert die Studie einen breiten Einblick in die Praxis regionaler Zusammenarbeit.

Regionale Kooperation ist für die meisten unverzichtbar

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Regionale Zusammenarbeit hat einen hohen Stellenwert. Rund 80 Prozent der Befragten sehen einen hohen Mehrwert in Kooperationen. Neun von zehn sagen sogar, dass ihre Region ohne Zusammenarbeit schlechter dastehen würde.

Der größte Nutzen liegt dabei in Vernetzung, Austausch und Wissensmanagement. Mehr als 70 Prozent berichten außerdem von Projekten, die sie allein nicht hätten umsetzen können. Regionale Kooperation schafft damit vor allem eines: gemeinsame Handlungsfähigkeit.

Vertrauen ist der wichtigste Erfolgsfaktor

Was macht Kooperation erfolgreich? 71,2 Prozent bewerten Vertrauen als „sehr wichtig“. Direkt danach folgen klare gemeinsame Ziele sowie ausreichende zeitliche und personelle Ressourcen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Ziele und Themen zwischen den Partner:innen häufig noch nicht ausreichend klar abgestimmt sind. Gerade hier liegt also ein großes Potenzial für bessere Zusammenarbeit.

Regionale Zusammenarbeit entsteht nicht nebenbei. Der Abstimmungs- und Koordinationsaufwand ist hoch. Auch bei der allgemeinen Einschätzung des Aufwands zeigt sich ein klares Bild. Denn dieser wird überwiegend als (sehr) hoch wahrgenommen. Das gilt unabhängig davon, ob die Zusammenarbeit eher informell oder formell organisiert ist. Die wichtigste Erkenntnis lautet deshalb: Kooperation braucht Ressourcen. Wer regionale Zusammenarbeit strategisch nutzen möchte, muss Zeit, Personal und professionelle Koordination dafür einplanen.

Neben dem Ressourcenmangel sind es vor allem unterschiedliche Interessen, fehlende Verbindlichkeit und unterschiedliche Geschwindigkeiten, die die Zusammenarbeit erschweren.

Kooperation wird in Zukunft noch wichtiger

Besonders bei Energie und Klimaschutz sowie bei Mobilität erwarten die Befragten eine zunehmende Bedeutung regionaler Zusammenarbeit. Aber auch Wirtschaftsförderung, Digitalisierung, Fachkräftesicherung und Nachhaltigkeit werden künftig noch stärker auf Kooperation angewiesen sein.

Das überrascht nicht: Viele der großen Herausforderungen unserer Zeit halten sich nicht an kommunale oder administrative Grenzen. Wirtschaftsräume, Pendlerbewegungen, Energieversorgung oder Fachkräftemärkte funktionieren regional – und brauchen deshalb auch regionale Antworten.

Die Erkenntnisse im Überblick

  • Regionale Kooperation ist hochrelevant: Rund 80 Prozent sehen einen hohen Mehrwert, neun von zehn Befragten sehen ihre Region ohne Kooperation schlechter aufgestellt.
  • Der größte Nutzen liegt im Miteinander: Vernetzung, Wissensaustausch und gemeinsame Projekte stehen im Mittelpunkt.
  • Vertrauen schafft erfolgreiche Kooperation: Persönliche Beziehungen, Kontinuität und klare gemeinsame Ziele sind entscheidend.
  • Kooperation braucht Ressourcen: Hoher Abstimmungsaufwand sowie fehlende Zeit und personelle Kapazitäten bleiben zentrale Herausforderungen.
  • Nicht jede Kooperation ist automatisch sinnvoll: Strategische Relevanz und erwarteter Nutzen sollten darüber entscheiden, welche Zusammenarbeit Priorität erhält.
  • Die Bedeutung wird weiter wachsen: Besonders bei Klima, Energie und Mobilität werden regionale Lösungen künftig noch wichtiger.

Entscheidend wird künftig sein, Kooperationen bewusster zu priorisieren und langfristig tragfähige Strukturen zu schaffen, damit auch eine gemeinsame Wirkung entsteht.